Eine kulinarische Reise nach Spanien, Ort des Geschehens: Das Esszimmer

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Heute nehme ich Euch mit nach Spanien: auf eine kulinarische Reise mit exklusivem Essen, hervorragenden Weinen an einem außergewöhnlichen Ort. Steigt ein und betretet mit mir das Esszimmer in der BMW Welt München.

Zum Auftakt der Spanischen Weinwochen in München wurde ich in das Restaurant von Bobby Bräuer und seinem Team eingeladen und durfte einen grandiosen Abend der Spitzenklasse erleben. Wo fange ich nur an? Es gibt so viel zu erzählen…

Esszimmer I

Beginnen wir mit der Lokalität. Der Name ist Programm. Esszimmer. Ein Raum in dem man isst. Von einem sehr außergewöhnlichen Raum ist aber hier die Rede. Leider habe ich zu wenige Fotos gemacht, um dass ihr einen richtig guten Eindruck bekommen könnt. Am besten ihr geht selbst einmal hin. Aber kurz umrissen: Man sitzt in einem modern und gemütlich eingerichteten Zimmer mit Glasfront und bestem Blick auf das Innenleben der BMW Welt. In bequemen Ledersesseln sitzend, dem flackernden Feuer des offenen Kamins im Rücken kann man so neben dem Essen die außergewöhnliche Architektur des Münchner Wahrzeichens von oben genießen. (Letzte Vorbereitungen für die Abholung bestellter Autos auf der Tribüne werden gemacht, die Lichter gehen langsam aus und die vorbeifahrenden Autos werden nach und nach auch immer weniger. Ein Ort zum Wohlfühlen.)

Ich saß also ganz fabelhaft auf dieser kulinarischen Reise und wurde von Anfang an von einer berühmten Reisebegleiterin in die Weinwelt Spaniens entführt. Die Top-Sommelière Paula Bosch führte nämlich durch den Abend und erzählte von ihren Erlebnissen wie sie persönlich die Liebe zu Spanien packte und stellte jeden einzelnen edlen Tropfen der zum jeweiligen Gang gereicht wurde, vor. Eine Verkostung, die anschaulicher und mit so viel Herzblut wohl kaum ein anderer machen könnte. Paula Bosch lebt Wein. Sie schwelgt in Erinnerungen von Besuchen auf Weingütern, erzählt ganz ausführlich von Sonnentagen in den Weinbergen der Bodegas und von geselligen Abenden beim Verkosten diverser Riojas. Man könnte ihr stundenlang zuhören.

Esszimmer XIDoch es war nicht nur ein Weintasting. Es war ein Weinmenü für das Bobby Bräuer ein Meisterwerk nach dem anderen aus der Küche zauberte. Spitzenkoch und Top-Sommelière – die perfekte Kombination.

Esszimmer II

Wir starteten mit einer kleinen Tapasvariation mit Tortilla und Chorizzo, Kaninchennieren auf weißen Bohnen und einer geräucherten Sardine auf Röstbrot. Grundsätzlich wäre mir der dazu gereichte Sherry Fink „Inocente“ (Valdespino, Jeréz de la Frontera) zwar zu trocken, aber zusammen mit den drei kleinen Happen ergab alles ein Feuerwerk im Mund. Fast wäre ich aufgestanden und hätte mich schon damit begnügt.

Esszimmer IV

Gott sei Dank tat ich es nicht. Denn mein absolutes Highlight war der erste Gang. Felsenrotbarbe mit belgischem Chicorée und Orange. Ein farbenfrohes Kunstwerk auf dem Teller, zwei Stationen zum „abarbeiten“. Selten habe ich so perfekt auf den Punkt gebratenen Fisch von herausragender Qualität gegessen. Das Zusammenspiel von süß, sauer, salzig, kalt und warm war perfekt. Ich dachte beim ersten Bissen nicht, dass dieser Geschmack durch irgendetwas getoppt werden konnte, aber ich lag falsch. Ein Schluck aus dem Glas, ein Verdejo „Ossian“, rundete das ohnehin perfekte Essen noch um ein I-Tüpfelchen ab.
2011 Ossian „Verdejo“ I Bodegas Ossian, Rueda I Vino de la Tierra Castilla y Leon

Esszimmer IIX

Als Garnelenliebhaber freute ich mich auf Gang 2: Mallorquinische Garnele mit Blumenkohl in verschiedenen Konsistenzen und Kaffee. Besonderes Highlight hier war für mich, dass der Chefkoch persönlich die Schaumsoße am Tisch angoß und das Gericht vollendete. Solch kleine Details vergisst man sein ganzes Leben nicht.
Der 15 Jahre alte Weißwein floss goldig aus dem Glas, war kräftig und vollmundig im Geschmack und harmonierte hervorragend zur Kaffeenote des zweiten Fischgangs.
1999 Vina Tondonia „Blanco Reserva“ I Bodegas R. López de Heredia, Rioja

Esszimmer VII

Die Kalbsschaufel mit Herbstfrüchten und Schwarzem Trüffel war auf dem Teller wie ein Spaziergang durch einen Herbstwald. Ich mag es sehr, wenn das zarte Gemüse behutsam und wie ein Kunstwerk auf den Teller drapiert wird. Auch den, wie Paula Bosch sagte, für jedermann erschwinglichen Cabrida aus dem Jahr 2009, mochte ich sehr. Dieser Rotwein war nicht zu aufdringlich, stützte das Kalbfleisch und rundete das gesamte Gericht gut ab.
2009 Cabrida I Celler de Capcanes, Montsant

Esszimmer VI

Mein zweitliebster Gang nach der Felsenrotbarbe war dann das Iberico Schwein mit hausgemachter Barbecue Soße und Ofenkartoffeln. Eigentlich war ich schon nach der Kalbsschaufel satt und als kein so großer Schweinefan auch ohne außerordentliche Vorfreude auf diesen vorletzten Gang. Aber meist ist es ja so, wenn man es am wenigsten erwartet… Oh ja, ich hatte wenig erwartet und wurde so unglaublich positiv überrascht. Das für mich beste Schwein meines Lebens aß ich mit diesem Gang. Paula Bosch brachte es auf den Punkt: „Da haben wir nochmal Schwein gehabt“, denn sie selbst sagte sogar, dass sie noch nie solch ein Fleisch gegessen hat. Und das heißt schon was, wenn das die langjährige Sommelière des Tantris sagt…
Soll ich noch etwas über den Wein sagen? Es gab einen 2008 Bembibre, der wesentlich kräftiger daher kam als sein Vorgänger. Aber die würzig, pfeffrige BBQ-Sauce brauchte diesen Begleiter auch. Chapeau auch hier – hervorragend kombiniert!
2008 Bembibre I Domino de Tares, El Bierzo

Esszimmer III

Zum letzten Gang fange ich erstmal an, den Wein zu loben. Und das in den höchsten Tönen. Unsere Sommelière verriet, dass es vom „La Dulce“ nur 300 Flaschen gibt und dieses Tröpfchen ohne zu belasten, ein Dessert begleiten soll und wir Freude daran haben sollen, es zu trinken. Der Geschmack von Pampelmuse, Quitte, Tannenhonig, Ananas und ein Hauch von Zitrone begleitete die Crème Catalana mit Passionsfrucht und Safran auf das Beste. Kein von mir bislang getrunkener Süßwein hätte das so gut gekonnt.
2008 La Dulce I Quina de la Quietud, Toro

Zum Abschluss gab es einen freudigen Bericht aus der Küche des Hausherren, dem es ganz viel Spaß gemacht hatte, an jenem Abend für uns zu kochen. Ich kann nur sagen, es hat mir unglaublich viel Spaß gemacht, hier genießen zu dürfen. Und zwar alles. Vom Ambiente, über die Weine, das Essen und die persönliche Note durch die Anwesenheit von Paula Bosch und Bobby Bräuer.

Esszimmer V

Ihr wollt solch einen Abend auch erleben? Dann habe ich sehr gute Nachrichten, denn während der gesamten Vinos y Tapas 2014 – Tage vom 2. Oktober bis 30. November setzen verschiedene Spitzenrestaurants der modernen gehobenen Gastronomie als auch Trendlokale und Weinhandlungen ihren Fokus auf spanische Weine und zaubern für ihre Gäste ganz besondere Menüs. Gleich morgen geht es im Atlantik Fisch weiter. Weitere Orte, Termine und Informationen entnehmt ihr HIER. Und wer noch mehr über die Weine Spaniens wissen möchte, klickt sich mal hier rein: www.wein-aus-spanien.org.

Ich bedanke mich an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich für die Einladung.

Tarte de Amêndoa

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Kennt ihr das, ihr sitzt irgendwo und esst etwas und das erinnert Euch an einen ganz ähnlichen Geschmack, den ihr irgendwann schonmal genossen hattet? Mir ging es gerade so, als ich beim Frühstück in Südtirol saß. (Wer mir auf Instagram folgt, sieht, dass ich ein verlängertes Wochenende in meinem geliebten Norditalien genieße.)

Mandeltarte

Neben dem obligatorischen Müsli und einem Semmelchen mit Schinken gönnte ich mir ein Stückchen Kuchen. Am Buffet sah das so lecker aus.

Mandeltarte V

Und das war es auch und es katapultierte mich mit einem Mal in den Sommer zurück als ich eine Mandeltarte ausprobierte. Diese ist zwar nach einem portugiesischen Rezept, aber das Stückchen Kuchenglück hier schmeckte genau so.

Mandeltarte II

Schon lange wollte ich es Euch endlich mal präsentieren und heute ist es nun soweit. Vielleicht habt ihr ja alle Zutaten zu Hause und macht Euch diese Leckerei gleich heute Nachmittag noch. So ein Sonntagskuchen ist immer gut.

Genießt den hoffentlich freien Tag! Ich packs nun auf den Berg :)

Mandeltarte VI

Tarte de Amêndoa

abgewandeltes Rezept aus Lecker Bakery – Special 2014

Zutaten:
für eine Tarteform (26 cm Durchmesser)

150 g Butter

2 Bio-Orangen

100 g Mehl

75 g gemahlene Mandeln (ohne Haut)

1 1/2 TL Backpulver

Salz

3 Eier

225 g Zucker

1 TL Vanillezucker

Puderzucker

Zubereitung:

  1. Backofen auf 175°C (Umluft 150°C) vorheizen.
  2. Butter in einem kleinen Topf schmelzen. Währenddessen Orangen heiß waschen und die Schale dünn abreiben. Orangen auspressen. Butter mindestens 5 Minuten abkühlen lassen. Mit einem Pinsel etwas Butter abnehmen und die Tarteform damit fetten; danach etwas mehlen.
  3. Orangenschale mit Mehl, Backpulver, Salz und Mandeln mischen.
  4. Eier, Zucker und Vanillezucker schaumig aufschlagen. 150 ml Orangensaft und Butter zugeben und vermengen. Rasch die Mehlmischung unterheben. Teig in die Tarteform geben und im heißen Ofen ca. 30 Minuten backen. (Stäbchenprobe!)
  5. Den Rest des Orangensafts mit Puderzucker zu einem Guss rühren. Dann in einen Gefierbeutel füllen, eine sehr kleine Ecke davon abschneiden und die Tarte damit verzieren. Beeren darauf legen und servieren.

Der Mandelkuchen schmeckt am nächsten Tag sogar noch ein bisschen besser!

Mandeltarte IV

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